Wie kommt man an ein Führungszeugnis in Deutschland?

Ein Führungszeugnis (criminal record certificate oder Unbescholtenheitszeugnis) ist eine behördliche Bescheinigung über bisher registrierte Vorstrafen. Das amtliche Dokument dient als Nachweis darüber, ob jemand vorbestraft ist oder nicht. Viele Arbeitgeber verlangen von Bewerbern diese Bescheinigung.

Wo kann man das Führungszeugnis beantragen?

Laut §30 BZRG ist jede Person ab dem vollendeten 14. Lebensjahr befähigt, ein Unbescholtenheitszeugnis zu beantragen. Dieses kann entweder für eigene Zwecke oder zur Vorlage bei einer deutschen Behörde erteilt werden. Hierfür muss die betroffene Person unter Vorlage des Reisepasses oder Personalausweises bei der zuständigen Behörde oder über das Online-Portal des Bundesamtes für Justiz einen Führungszeugnisantrag einreichen. Sollte die betroffene Person gesetzlich vertreten sein, ist die entsprechende Vertretungsperson antragsberechtigt. Eine Bevollmächtigung zur Antragsstellung ist nicht möglich.

Führungszeugnis

Welche Behörde ist verantwortlich?

Das Bundesamt für Justiz ist dafür zuständig, das Unbescholtenheitszeugnis auszustellen. Ein Unbescholtenheitszeugnis für private Anwendungen wird dabei direkt an die antragstellende Person übergeben. Wird das Unbescholtenheitszeugnis einer deutschen Behörde vorgelegt, wird das Zeugnis direkt an die entsprechende Behörde gesendet.

Neben der persönlichen Antragsstellung kann das Unbescholtenheitszeugnis bei der Meldebehörde auch auf schriftlichem Wege beantragt werden. Für diesen Zweck sind dem Antragsschreiben an das Einwohnermeldeamt auch die persönlichen Daten, also Geburtstag, Geburtsname, abweichender Familiennamen, Vornamen, Staatsangehörigkeit, Anschrift, Geburtsort, anzugeben. Zum Schluss muss das Antragsschreiben unterschrieben werden, diese Unterschrift muss amtlich oder öffentlich beglaubigt werden. Es ist ratsam, sich vor der Antragsstellung mit der entsprechenden Behörde in Verbindung zu setzen.

Darüber hinaus hat die antragstellende Person die Möglichkeit, sich das Unbescholtenheitszeugnis für private Zwecke direkt beim Bundesamt für Justiz aushändigen zu lassen. Dafür muss ein Originalantrag und ein Lichtbildausweis vorgelegt werden. Eine Aushändigung kann nicht erfolgen, wenn laut §30 BZRG ein Europäisches Unbescholtenheitszeugnis ausgehändigt werden muss, das bedeutet dass die antragstellende Person neben bzw. anstatt der deutschen Staatsbürgerschaft eine andere oder mehrere Staatsangehörigkeiten besitzt.

Kann man das Unbescholtenheitszeugnis auch über das Internet beantragen?

Das Unbescholtenheitszeugnis kann über das Online-Portal des Bundesamtes für Justiz beantragt werden. Dafür benötigt man einen elektronischen Personalausweis bzw. einen elektronischen Aufenthaltstitel sowie ein Kartenlesegerät.

Neuen Arbeitsplatz gefunden und Führungszeugnis anfordern

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Ich habe vor ca. sechs Monaten einen neuen Arbeitsplatz gesucht und konnte den Gott sei Dank nach einer nicht allzu langen Zeitspanne auch finden. Aber was passierte dann? Mein zukünftiger Arbeitgeber forderte mich dazu auf ihm Einsicht in mein individuelles Dokument zu gewähren. Gesagt, getan! Anfangs schien alles sehr kompliziert, weil man mich darüber informierte, dass es lange dauern kann, bis ich im Besitz meines gewünschten Dokuments sein werde, und ich hatte Angst den neuen Arbeitsplatz bereits vor der endgültigen Unterschrift des Vertrages aufgrund dieses Zeitverlustes erst gar nicht zu bekommen. Mein damals zukünftiger Arbeitgeber hatte auch wenig Zeit und wollte nicht allzu lange warten. Er sagte, es wäre besser gewesen das Führungszeugnis von Anfang an meinen restlichen Dokumenten beizulegen. Doch dann kam alles ganz anders. Ich dachte, warum soll ich auf einem Amt Zeit verlieren. Vielleicht kann man das Problem über das Internet schneller lösen! Und so war es auch. Ich schaltete meinen Computer ein und gab das Keyword an und konnte dadurch sofort feststellen, dass man diese Art von Dokumenten auch bequem online beantragen kann. Also nichts wie los, machen Sie es auch so!

Kostenspielig?

Auf keinen Fall handelt es sich um eine teure Angelegenheit, ganz im Gegenteil, mit einem wirklich geringen Betrag kann man das Dokument online bestellen und in Null Komma nichts zu Hause im Briefkasten vorfinden. Eine gute und schnelle Lösung, die mit einer enormen Zeitersparnis einhergeht. Ich war nur froh, dass mein damals zukünftiger Arbeitsgeber mir bestätigte noch kurz warten zu können, weil er mich wirklich brauchte. Ich durfte dann meinen Vertrag unterzeichnen und mit dem neuen Job starten. Diejenigen, die meine Erfahrung gelesen haben, sollten es aber ein wenig anders machen und mein Vorgehen überspringen, indem Sie das Dokument sofort dem Arbeitgeber beilegen, dann sind Sie noch schneller!